Re: Welches Linux zu Beginn und wo drauf?
- From: "Ansgar Strickerschmidt" <dropspamhere@xxxxxxxxxx>
- Date: Mon, 26 Jan 2009 10:02:36 +0100
Am 25.01.2009, 12:09 Uhr, schrieb Henriette Vogel <Henriette-Vogel@xxxxxx>:
Neu bei Linux möchte ich es versuchen.
Welches Linux (unbedingt deutschsprachig!) empfehlt ihr mir?
Neben dem, was die anderen schon geschrieben haben: Das kommt drauf an, wieviel "ins kalte Wasser geworfen werden" Du verträgst.
Bei (open)SuSE mit KDE 3.5 als Oberfläche ist das Wasser für einen Windows-User etwas lauwärmer, aber schwimmen (d.h. notfalls auch mal manuell etwas an der Konfigurtaion drehen) sollte man trotzdem schon gelernt haben. :)
Auch Kubuntu ist eine Option, da ist aber die Eindeutschung mitunter nicht so komplett, und auch die System-Hilfsmittel sind etwas anders und etwas reduziert gegenüber SuSE mit seinem "allmächtigen" YaST. Das ganze Konzept ist halt etwas anders.
Ubuntu (ohne "K", also mit dem Gnome-Desktop) ist IMHO wieder etwas Windows-ferner in der Bedienung, aber wenn man sich damit anfreunden kann, nicht schlechter. Ich benutze für Audio/Video-Zwecke gerne das spezialisierte "Ubuntu Studio" (mit Gnome Desktop), also ein angepasstes Ubuntu mit Echtzeitkernel und entsprechenden Audio+Video-Applikationen.
RedHat/Fedora gilt als technisch am aktuellsten, dafür hat es u.U. einige eher experimentelle Dinge an Bord. Vielleicht nicht ganz so einsteigerfreundlich.
Es gibt ansonsten dermaßen viele Distris, die mehr oder minder spezialisiert zusammengestellt sind (als Live-CD, für Desktop-Einsatz, für Server-Einsatz, für Audio/Video, für Dokumentenverwaltung etc.pp.), so dass man nach Herzenslust testen und sich vertraut machen kann.
Aktuelle Linuxe beherrschen es, eine vorhandene Partition auf einer Windows-Festplatte ohne Datenverlust zu verkleinern, um Platz für eine Linux-Partition (genauer gesagt: eine Linux-Betriebssystempartition und eine Swap-Partition) freizumachen. Zum Testen des "Look and feel" gibt es aber so gut wie überall eine Live-Distribution. (OK, bei Gentoo vielleicht nicht ;-P )
Kann ich es dann auch auf einer externen USB-Platte
installieren?
Das geht prinzipiell schon, braucht aber bei der Einrichtung des Bootloaders gesonderte Aufmerksamkeit.
Oder gar auf einem USB-Stift?
Auf einem Stick kann man es auch installieren, da ist aber nochmal besonderes Augenmerk nötig für das Anlegen des Dateisystems: temporäre und System-Dateien, auf die im Betrieb oft geschrieben wird, sollen besser nicht auf dem Stick liegen, sondern in einer Ramdisk. Das muss man halt konfigurieren, und dazu gibt es auch Anleitungen. Außerdem sollte man Dateisysteme ggf. mit der Option "noatime" einhängen, damit nicht jedem Lesezugriff ein Schreibzugriff (Eintragen der Zeit des letzten Zugriffs) folgt.
Ansgar
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