Re: Leise Grafikarte für Linux Rechner
- From: Peter Gertner <peter.gertner@xxxxxx>
- Date: Sun, 1 Jan 2006 14:18:04 +0100
Peter Köhlmann <peter.koehlmann@xxxxxxxxxxx> wrote:
> Ich brauche keine Super-Duper Game Performance
Warum fällt mir eigentlich in derartigen Diskussionen, die ich meist
nur schmunzelnd lurke, immer wieder dieses Argument unter?
Man schreit nach OpenSource, Freiheit, Frieden auf der Welt, und dann
meint man, "*ich* brauche keine große 3D-Performance". Anscheinend ohne
zu merken, daß das wahre Leben[tm] anders läuft. Will man Linux auf dem
Desktop verbreiten, gehören für viele Leute auch Spiele zu den
Killeranwendungen. Nicht wenige im Internet behaupten, daß sie parallel
noch ein Windows installiert haben, "zum Spielen". Wieso wird bei
derartigen Diskussionen der gesamte Desktop-Markt vollkommen ignoriert?
Sicher, in einem Bürorechner tut's auch 'ne G400, prinzipiell sogar 'ne
Video7 oder was noch älteres. Da spielt man keine 3D-Spiele, da
schreibt man Texte. Wenn man aber will, daß Linux ähnliche Verbreitung
findet wie Windows und das wird, als was viele es bezeichnen, nämlich
ein alternatives Betriebssystem (zu Windows), sollte man einsehen, daß
es auch Leute gibt, die gerne mal 'ne Stunde oder zwei einfach nur
spielen. Diese Leute haben Prozessoren jenseits der 4GHz-Grenze. Diese
Leute haben DirectX 9c-Karten mit mehreren Duzend Pixelpipelines. Diese
Leute bilden den Desktop-Markt, der sich *zuhause* eine Kiste
hinstellt, die man noch im letzten Jahrtausend nicht mehr als
"Personal Computer", sondern eher als Hochleistungsrechner bezeichnet
hätte. Und wenn diese Leute Linux benutzen möchten, sind sie darauf
angewiesen, daß für ihre 3D-Hardware auch Treiber vorhanden sind, die
funktionieren. Und zwar soweit funktionieren, daß sie die Hardware, für
die sie bezahlt haben, nutzen können.
"Freedom of choice" ist 'ne nette Sache, aber ich habe keinen freedom
zu choosen, was ich will, wenn es nach den GPL-Fundamentalisten ginge.
Ich begrüße die Einstellung der FSF und GNU und gebe gerne Quellcodes
in freien Lizenzen heraus und beharre auch darauf, daß die Lizenzen
eingehalten werden, wenn jemand sich meines Sourcecodes bedienen möchte
(sprich: GPL-Code bleibt GPL). Aber wenn nVidia keine Treiber
entwickeln würde, wäre ich gezwungen, Windows zu benutzen, wenn ich
Spielen wollte. Wo bleibt denn da der freedom of choice? Und bevor
nVidia seine Chiparchitektur für freie (speech) Treiber offenlegt,
gefriert die Hölle. Kommunismus ist eine nette Sache, aber die
Menschheit ist dazu nicht in der Lage. Und solange sich das nicht
ändert, wird nVidia darauf angewiesen sein, Geld zu verdienen. Ja, es
gibt ein real life[tm], in dem die Menschen wirklich dafür arbeiten
müssen, um Geld zu verdienen, denn letzteres wächst nicht auf Bäumen.
Der Markt für Hochleistungsgrafikkarten liegt bei den Anwendern, die
gerne mal ein wenig spielen, damit verdient nVidia sein Geld. Und das
werden die ganz sicher nicht wegen den paar Promille Marktanteil von
Linux aufgeben.
Bis später
Peter, kein Spieler seiend aber dennoch eine nVidia-Karte besitzend,
weil sie ootb läuft, now!
.
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