Re: Wozu noch DOS?
- From: "Udo Kuhnt" <048321887-0001@xxxxxxxxxxx>
- Date: 31 Jul 2006 13:29:50 -0700
Dirk Wolfgang Glomp schrieb:
Viele Anwendungen setzen zumindest DOS 4+ voraus.
Als Mindestanforderung kann ich das ja noch halbwegs akzeptieren, aber
deshalb alles, was darüber hinausgeht, nicht mehr zu DOS zu rechnen,
finde ich reichlich extrem.
Übergänge sind immer variabel und fließend.
Den Übergang zwischen Betriebssystemen unterschiedlicher Familien
wirst Du aber trotzdem nicht so einfach hinkriegen. ;-)
Willst Du nun etwa behaupten, daß die BIOS-Funktionen nicht zum
Betriebssystem dazugehören? ;-)
Ja. Das MoBo/GraKa-Bios wird in Hardware eingeblendet
und gehört ebenso wenig zum OS wie die CPU.
Wer sagt, daß das Betriebssystem vollständig von Disk geladen werden
muß?
Da das Bios für verschiedene OS wichtige Aufgaben vor dem Booten erledigt,
würde ich es eher zur Hardare zuordnen, als es als einen gemeinsamer Part
von verschiedenen Betriebsystemen zu bezeichnen.
Es wird aber von den höheren Funktionen des PC-Betriebssystems
aufgerufen und bildet damit seine Basis. Ohne das BIOS würde DOS nicht
laufen, also ist es ein Teil des Betriebssystems. Der Teil, der von
Festplatte geladen wird, ergänzt nur die im ROM vorhandenen Routinen,
so wie weitere Teile wie EMM386 diesen wiederum erweitern. DOS ist das
ganze Betriebssystem, egal woher seine Komponenten ursprünglich
stammen.
DOS ist nun mal modular aufgebaut; das macht für mich seine
besondere Stärke aus. Gerade weil die Treiber in die Hardware
integriert sind, ist für mich DOS das einzige
Plug'n'Play-Betriebssystem, das diesen Namen wirklich verdient.
Den Power on self test(POST) des MoBos als Treiber zu bezeichnen
ist mir neu. Denn auch Windows/Linux profitiert davon,
sodas es hier zu DOS kaum Unterschiede gibt.
Von POST redet hier außer Dir niemand. Ich meine die Routinen des
BIOS-APIs, die über Softwareinterrupts aufgerufen werden und die Basis
von DOS bilden, wie z.B. Int 13h zum Ansteuern der Festplatten, etc.
Ohne die Treiber im BIOS könntest Du nicht mal WindowsNT booten, und
wüßtest wegen der fehlenden Bildschirmausgabe noch nicht einmal warum
nicht. ;-)
Aber welches DOS(kein Emu) ist hier eigentlich hotplugfähig?
Das hängt von den verwendeten Geräten ab; die meisten PC-Geräte sind
nicht hotplugfähig.
Moderne OS wie Windows nutzen das BIOS nur noch zum Booten,
danach werden eigene OS-Routinen benutzt die schneller sind.
Schneller wohl kaum, vor allem nicht in Windows. Übrigens ist Windows
nicht nur kein Betriebssystem, sondern ein Anwendungsprogramm für DOS,
das man nach Belieben starten und wieder beenden kann;
Bei NT-basierten Windosen nicht mehr.
Wenn Du NT meinst, warum sagst Du es nicht auch? NT rechne ich nicht zu
den PC-Betriebssystemen, da es PC-Programme nicht nativ ausführen
kann, sondern nur mittels eines Emulators. Und natürlich kann es nicht
auf das PC-BIOS zugreifen, da es nicht für den PC entwickelt wurde,
weshalb es selbst für Plug'n'Play-Geräte einen separaten Treiber
braucht.
es ist auch fast genauso alt wie DOS.
Welche Zeitspanne ist bei dir "fast genauso alt"?
25 Jahre bei DOS gegenüber 22 bei Windows.
Und Unix ist sogar noch älter. Ich wäre also mit
der Bezeichnung "modern" sehr vorsichtig. ;-)
Oh hier liegt eine Begriffsverwechslung vor:
Mit "Modern" meinte ich die heutigen Kernel oder Windows-Version,
nicht aller erste Beta-Versionen in grauer Vorzeit.
Windows 1.0 war keine Betaversion, sondern tatsächlich das fertige
Produkt. Und Unix rechnet die Zeit von 1969 an; weiß der Teufel wann
die erste Betaversion davon entstanden ist. :-)
DOS besitzt eine dreifach gestaffelte Hardwareabstraktion; nämlich das
BIOS, die DOS-Gerätetreiber und die höheren Funktionen, die wiederum
darauf aufsetzen. Es wäre sinnlos, eine Funktion, die bereits
vorhanden ist, noch einmal zu implementieren.
Irrtum. So gibt es in DOS keine DMA unterstützung für Plattenzugriffe,
so das udma.sys eine sinnvolle Ergänzung darstellt.
Das ist keine Widerlegung, sondern sogar eine Bestätigung dessen, was
ich geschrieben habe: Was bereits vorhanden ist, muß man nicht
implementieren.
Nein, MSDOS 1.0 beherscht kein Udma.
Hast Du es ausprobiert? ;-)
Ich habe bei meinem Rechner übrigens UDMA-Unterstützung im ROM, so
daß ich keinen separaten Treiber dafür brauche. :-)
DOS benutzt nur den PIO-Mode, der UDMA-Controller wird nicht angesteuert.
DOS benutzt, was immer das BIOS verwendet. In meinem Fall ist das
UDMA133.
Die SVGALib ist nämlich gar nicht Teil des Betriebssystems, sondern
eines C-Programms. Inwieweit das SVGA-Device eine Rolle spielt, kann
ich nicht sagen, aber zumindest würdest Du massive Probleme kriegen,
wenn Du diese Funktionalität von einem Assemblerprogramm aus nutzen
wolltest; zumindest, wenn Du es nicht mit der Library verlinkst.
Wie sollte es auch ohne verlinken nutzbar sein?
Indem man einfach die Betriebssystemroutine aufruft.
Von welchen SVGALib reden wir hier(ich bin hier blond)?
Offensichtlich von einer Version, die *nicht* zum Betriebssystem
gehört - sonst könnte man sie ja direkt ohne separate Library
ansprechen. :-)
Udo
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