Re: Wozu noch DOS?
- From: Dirk Wolfgang Glomp <dirk@xxxxxxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Tue, 01 Aug 2006 01:12:23 +0200
Udo Kuhnt schrieb:
Dirk Wolfgang Glomp schrieb:
Viele Anwendungen setzen zumindest DOS 4+ voraus.
Als Mindestanforderung kann ich das ja noch halbwegs akzeptieren, aber
deshalb alles, was darüber hinausgeht, nicht mehr zu DOS zu rechnen,
finde ich reichlich extrem.
Übergänge sind immer variabel und fließend.
Den Übergang zwischen Betriebssystemen unterschiedlicher Familien
wirst Du aber trotzdem nicht so einfach hinkriegen. ;-)
Bei gleicher x86-Architektur gibt es viele Berührungspunkte.
Willst Du nun etwa behaupten, daß die BIOS-Funktionen nicht zum
Betriebssystem dazugehören? ;-)
Ja. Das MoBo/GraKa-Bios wird in Hardware eingeblendet
und gehört ebenso wenig zum OS wie die CPU.
Wer sagt, daß das Betriebssystem vollständig von Disk geladen werden
muß?
Da das Bios für verschiedene OS wichtige Aufgaben vor dem Booten erledigt,
würde ich es eher zur Hardare zuordnen, als es als einen gemeinsamer Part
von verschiedenen Betriebsystemen zu bezeichnen.
Es wird aber von den höheren Funktionen des PC-Betriebssystems
aufgerufen und bildet damit seine Basis.
Ich denke auch das in io.sys/msdos.sys die PIO-Lese/Schreib-Zugriffe
abgewickelt werden. Aber das GraKa-Bios wird bestimmt ebenfalls
von Display.sys benutzt.
Der Befehlszeileninterpreter command.com wird wohl weniger mit Hardware
oder dessen Bios in kontackt treten.
Oft wird Hardware über IRQs gehandelt, wie etwas der Timer-IRQ.
Beim Booten wird einmal aus dem CMOS des MoBos die Zeit ausgelesen
und mittels dem Programmable Interupt Controller(PIC) getriggert
eine IRQ-Routine angesprungen, die einen Zeitwert in einem von DOS
reservierten Rambereich erhöht.
Beim Zugriff auf den Tastatur-Controller wird der Wert der vom
Controller kommt erstmal nach ASCII gewandelt, bevor ein Buchstabe am
Bildschirm erscheint. Auch muß zwischen extra Tasten und Buchstaben
oder Mousdaten gefiltert werden.
Schließlich wird die 21.Adressleitung auch im Tastatur-Controller
freigeschaltet, so das der obere Adressraum ab 1MB+64KB überhaupt
erst über 32Bit-Addressregister erreichbar ist, wenn man die Segmente
im Proteckt Mode dementsprechend erweitert.
Ohne das BIOS würde DOS nicht laufen,
Die ganze Hardware auch nicht.
also ist es ein Teil des Betriebssystems.
Das GraKa-Bios hat sich zum Glück ja im laufe der Zeit immer mehr
verbessert und die verschiedenen Hersteller haben sich immer
mehr auf bestimmte Funktionen geeinigt.
So gibt es heute zB. die Vesa-Schnittstelle(vesa.org->Vbe3.pdf).
Nach deiner Bios gehört zum OS-Definition, wäre ja eine Vesa 3.0-GraKa
von MSDOS 1.0 aber extrem schlecht unterstützt.
Zumal ja der ganze 3D-Bereich Pixelschader etc., ebenso unter MSDOS 7
brach liegt und wahrscheinlich nur über diverse Portadressen
ansprechbar ist.
Der Teil, der von
Festplatte geladen wird, ergänzt nur die im ROM vorhandenen Routinen,
So manche Software nutzt auch direkt das ROM,
oder macht eine Bildschirmausgabe direkt im GraKa-Ram(A0000h/B8000h).
so wie weitere Teile wie EMM386 diesen wiederum erweitern.
ja siehe oben.
DOS ist das ganze Betriebssystem,
egal woher seine Komponenten ursprünglich stammen.
Eben nicht, die Hardware wird immer erweitert,
das BIOS entsprechend ergänzt und angepasst.
Hier kann man kein BIOS... DOS, OS2, Linux oder Windows
oder einer Anwendung zuordnen, nur weil alle hier mal
darauf zugegriffen haben.
Oder gehört jetzt womöglich dem Mobo-BIOS das GraKa-Bios,
weil es zuerst nach dem Anschalten darauf zugriff?
Also ich finde hier solche Zuordnungen eher verwirrend und unsinnig.
DOS ist nun mal modular aufgebaut; das macht für mich seine
besondere Stärke aus. Gerade weil die Treiber in die Hardware
integriert sind, ist für mich DOS das einzige
Plug'n'Play-Betriebssystem, das diesen Namen wirklich verdient.
Den Power on self test(POST) des MoBos als Treiber zu bezeichnen
ist mir neu. Denn auch Windows/Linux profitiert davon,
sodas es hier zu DOS kaum Unterschiede gibt.
Von POST redet hier außer Dir niemand.
Der POST gehört wohl zum wichtigsten Bestandteil eines jedem MoBo-BIOS.
Ich meine die Routinen des
BIOS-APIs, die über Softwareinterrupts aufgerufen werden und die Basis
von DOS bilden, wie z.B. Int 13h zum Ansteuern der Festplatten, etc.
Ah du zählst nur einen bestimmten Teil jeweils der verschiedenen
Hardware-Biose zu DOS zugehörig.
Ohne die Treiber im BIOS könntest Du nicht mal WindowsNT booten,
Und ohne Tastatur ist keine Tasten zu drücken.
Auch die Tastatur gehört deswegen nicht zum OS, auch wenn Tastaturen
gewöhnlich von DOS unterstützt werden.
und wüßtest wegen der fehlenden Bildschirmausgabe noch nicht einmal warum
nicht. ;-)
Also beim C64 gibt es keine Zweifel, hier ist das ganze OS im ROM.
Aber welches DOS(kein Emu) ist hier eigentlich hotplugfähig?
Das hängt von den verwendeten Geräten ab; die meisten PC-Geräte sind
nicht hotplugfähig.
Welches denn?
Moderne OS wie Windows nutzen das BIOS nur noch zum Booten,
danach werden eigene OS-Routinen benutzt die schneller sind.
Schneller wohl kaum, vor allem nicht in Windows. Übrigens ist Windows
nicht nur kein Betriebssystem, sondern ein Anwendungsprogramm für DOS,
das man nach Belieben starten und wieder beenden kann;
Bei NT-basierten Windosen nicht mehr.
Wenn Du NT meinst, warum sagst Du es nicht auch? NT rechne ich nicht zu
den PC-Betriebssystemen, da es PC-Programme nicht nativ ausführen
kann, sondern nur mittels eines Emulators.
Also an deine Sprache muß man sich auch erstmal gewöhnen.
Meinst du jetzt nur DOS ist ein PC-Betriebssystem
und Windows-Programme sind keine PC-Programme?
Und natürlich kann es nicht auf das PC-BIOS zugreifen,
Glaube ich zwar nicht, aber warum sollte es auch,
da es ja eigene erweiterte Routinen selber mit bringt.
Mache ich in der DOS-BOX einen int 10h-Ascii-Asugabe,
wird der bestimmt zum GraKa-Bios nur durchgereicht und nicht emuliert.
weshalb es selbst für Plug'n'Play-Geräte einen separaten Treiber
braucht.
Kennst du etwa ein DOS-Plug'n'Play-Gerät das ohne Treiber arbeitet?
es ist auch fast genauso alt wie DOS.
Welche Zeitspanne ist bei dir "fast genauso alt"?
25 Jahre bei DOS gegenüber 22 bei Windows.
Aha.
Und Unix ist sogar noch älter. Ich wäre also mit
der Bezeichnung "modern" sehr vorsichtig. ;-)
Oh hier liegt eine Begriffsverwechslung vor:
Mit "Modern" meinte ich die heutigen Kernel oder Windows-Version,
nicht aller erste Beta-Versionen in grauer Vorzeit.
Windows 1.0 war keine Betaversion, sondern tatsächlich das fertige
Produkt. Und Unix rechnet die Zeit von 1969 an; weiß der Teufel wann
die erste Betaversion davon entstanden ist. :-)
Ja die meinte ich eben nicht, sondern moderne Windosen eben die heute
vertrieben werden.
DOS besitzt eine dreifach gestaffelte Hardwareabstraktion; nämlich das
BIOS, die DOS-Gerätetreiber und die höheren Funktionen, die wiederum
darauf aufsetzen. Es wäre sinnlos, eine Funktion, die bereits
vorhanden ist, noch einmal zu implementieren.
Irrtum. So gibt es in DOS keine DMA unterstützung für Plattenzugriffe,
so das udma.sys eine sinnvolle Ergänzung darstellt.
Das ist keine Widerlegung, sondern sogar eine Bestätigung dessen, was
ich geschrieben habe: Was bereits vorhanden ist, muß man nicht
implementieren.
Nein, MSDOS 1.0 beherscht kein Udma.
Hast Du es ausprobiert? ;-)
Es gab noch gar kein Udma als MSDOS 1.0 entwickelt wurde.
(Mein erstes war MSDOS 2.1 oder so.)
Und auch MSDOS 7 hat keine UDMA-Unterstützung,
auch wenn UDMA im BIOS nicht auf disable steht!!!!!!!
.....
Du kannst es selber ausprobieren, lade dir udma.sys runter
und binde es in die config.sys von MSDOS 7 ein.
http://ibiblio.org/pub/micro/pc-stuff/freedos/files/util/system
http://www2.driverguide.com/uploads/uploads18/14357.html
Dirk
.
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