Re: Wozu noch DOS?



Udo Kuhnt schrieb:
Dirk Wolfgang Glomp schrieb:

Den Übergang zwischen Betriebssystemen unterschiedlicher Familien
wirst Du aber trotzdem nicht so einfach hinkriegen. ;-)

Bei gleicher x86-Architektur gibt es viele Berührungspunkte.

Ja, aber in der Computerwissenschaft werden Rechner nach ihren
Betriebssystemfamilien unterschieden.

Du meinst jetzt die eine Linie, die andere Linie unterscheidet
nach der Hardware.

Aus der Sicht der Software sind
sich zwei beliebige Linuxboxen ähnlicher als zwei x86er mit gleicher
Hardware, von denen einer unter DOS und der andere unter Linux läuft.

Genau.

Ohne das BIOS würde DOS nicht laufen,

Die ganze Hardware auch nicht.

Stimmt, Initialisierung der Hardware ist eine der drei Grundaufgaben
eines jeden Betriebssystem;

Die Hardware initialisiert sich mit ihrem BIOS selbst.
Man könnte ja auch sagen sie hat ihr eigenes kleines OS.

die anderen sind Verwaltung der
Systemressourcen und die Steuerung der Ein-/Ausgabe.

Dabei wird die Hardware vom OS angesprochen und sie antwortet dann.

also ist es ein Teil des Betriebssystems.

Wenn jetzt aber von DOS nicht jede Hardware über ihr BIOS angesprochen wird,
zählt dann dieses BIOS nicht zum DOS?

Das GraKa-Bios hat sich zum Glück ja im laufe der Zeit immer mehr
verbessert und die verschiedenen Hersteller haben sich immer
mehr auf bestimmte Funktionen geeinigt.
So gibt es heute zB. die Vesa-Schnittstelle(vesa.org->Vbe3.pdf).

Nach deiner Bios gehört zum OS-Definition, wäre ja eine Vesa 3.0-GraKa
von MSDOS 1.0 aber extrem schlecht unterstützt.

Vermutlich genausogut wie von MS-DOS 7.10 - alle Funktionen sind
vorhanden. Es kann natürlich sein, daß MS-DOS 1.0 sich an einigen
Graphikmodi verschluckt, aber die reine Zeichenein-/ausgabe sollte
trotzdem funktionieren.

Zumal ja der ganze 3D-Bereich Pixelschader etc., ebenso unter MSDOS 7
brach liegt und wahrscheinlich nur über diverse Portadressen
ansprechbar ist.

Ich habe nicht gesagt, daß das Video-BIOS den Funktionsumfang der
Graphikhardware vollständig abdeckt - vielleicht wird das ja was in
VBE 4.0. ;-)

Ich glaube kaum, das in dem kleinen GraKa-Bios hunderte Portadressen
aufgerufen werden können, um die volle 3D-Leistung von DX9 unter
DOS-REAL-Mode nutzbar zu machen.
Ich habe ein DOKU von den Portadressen einer Voodoo 2/3 GraKa,
die noch gar kein DX9 kann.

Ich meine die Routinen des
BIOS-APIs, die über Softwareinterrupts aufgerufen werden und die Basis
von DOS bilden, wie z.B. Int 13h zum Ansteuern der Festplatten, etc.

Ah du zählst nur einen bestimmten Teil jeweils der verschiedenen
Hardware-Biose zu DOS zugehörig.

Ja, alles, was dann der Software noch zur Verfügung steht.

Ja eben nicht alles.


Wobei nach
dem Laden von DOS einige BIOS-Funktionen noch ersetzt oder umgeleitet
werden, so daß DOS und BIOS miteinander verzahnt sind.

Klar wenn ich mit meiner sich selber bootenden Software,
das GraKa-Bios aufrufe, ist meine Software damit verzahnt.
Wäre dann ja einfach alles was an Daten damit bearbeitet wird
ebenfalls zu meiner Software zugehörig zu zählen,
also auch fremde Hardware. Gibt mir eine Hardware B Antwort,
wird sie meiner Software von Rechner A zugehörig gezählt.
Da das Inet recht groß ist, wächst so meine Software von Tag zu Tag,
also mit jeder BIOS-Version von immer neu dazukommender Hardware.

Ohne die Treiber im BIOS könntest Du nicht mal WindowsNT booten,

Und ohne Tastatur ist keine Tasten zu drücken.
Auch die Tastatur gehört deswegen nicht zum OS, auch wenn Tastaturen
gewöhnlich von DOS unterstützt werden.


Die Hardware selbst nicht, aber das BIOS, über das die Kommunikation
mit der Hardware läuft, schon. Ich gebe zu, das ist etwas verwirrend,
weil nicht alle Geräte über das BIOS angesprochen werden, aber es
erfüllt wichtige Aufgaben, die mit zu denen des Betriebssystem
gehören.


und wüßtest wegen der fehlenden Bildschirmausgabe noch nicht einmal warum
nicht. ;-)

Also beim C64 gibt es keine Zweifel, hier ist das ganze OS im ROM.


Wobei dort das BASIC auch irgendwie mit dazugehörte. :-)


Aber welches DOS(kein Emu) ist hier eigentlich hotplugfähig?

Das hängt von den verwendeten Geräten ab; die meisten PC-Geräte sind
nicht hotplugfähig.

Welches denn?

Alle Arten von Laufwerken beispielsweise, genauso wie Mäuse (es sei
denn, man lädt anschließend den Treiber), eventuell noch bestimmte
Tastaturen.

Ja wohl nur bei USB.

Weder PS2 noch COM/LPT dürfen wärend des Betriebes gesteckt/gezogen werden.

Hotplugfähig sein dürften Netzwerkgeräte, Joysticks (nicht
ausprobiert), Modems, Drucker und externe Midigeräte.

Drucker nur über USB.

Bei NT-basierten Windosen nicht mehr.

Wenn Du NT meinst, warum sagst Du es nicht auch? NT rechne ich nicht zu
den PC-Betriebssystemen, da es PC-Programme nicht nativ ausführen
kann, sondern nur mittels eines Emulators.

Also an deine Sprache muß man sich auch erstmal gewöhnen.

An Deine Durcheinanderwürfelung von Hardware und Software auch. ;-)

Ich Würfel ja nicht durcheinander, sondern lasse das jeweilige BIOS
bei seiner Hardware. Also eine klare Trennung von einem OS.

und Windows-Programme sind keine PC-Programme?

Nein

Oha.

Da Windows immer nur ein separates Programm war, kein Teil von DOS, und
dazu wegen der undokumentierten Funktionen in neueren Windowsversionen
an MS-DOS gebunden ist, das nun mal nicht mehr weiterentwickelt wird,
hat es sich auch nie zu einem herstellerübergreifenden Standard
entwickelt.

Ich sehe Windows etwa in der Rolle von Simon's BASIC für den C64. ;-)

Haha.

Und natürlich kann es nicht auf das PC-BIOS zugreifen,

Glaube ich zwar nicht, aber warum sollte es auch,
da es ja eigene erweiterte Routinen selber mit bringt.

Das führt allerdings zu urkomischen Situationen wie der, daß
WindowsNT erst fleißig geladen wird, und dann plötzlich nicht mehr
weitermachen kann, weil ihm angeblich ein Treiber für die Festplatte
fehlt, von der es geladen wurde. ;-)

Erst oben angekommen, bricht unten die Leiter weg.

Mache ich in der DOS-BOX einen int 10h-Ascii-Asugabe,
wird der bestimmt zum GraKa-Bios nur durchgereicht und nicht emuliert.

Nee, die wird garantiert emuliert, weil man ja mehrere DOS-Boxen
gleichzeitig haben kann.

Mag sein.

weshalb es selbst für Plug'n'Play-Geräte einen separaten Treiber
braucht.

Kennst du etwa ein DOS-Plug'n'Play-Gerät das ohne Treiber arbeitet?

Ja, den Monitor! ;-)

Welche DOS-Anwendungen nutzen hier noch die DDC-Leitung,
um an die EDID-Moni-Info zu kommen?

Mal Spaß beiseite, ohne Treiber geht es zwar nicht, aber ohne daß man
einen laden muß. Das gilt für die Graphikkarte, externe

Ich selber nutze sehr wohl ohne jegliche Treiber, etwa das VESA-Bios
der GraKa. Den deutschen Zeichensatz findet man dort ebenso,
alles ohne Treiber.

Nein, MSDOS 1.0 beherscht kein Udma.

Hast Du es ausprobiert? ;-)

Es gab noch gar kein Udma als MSDOS 1.0 entwickelt wurde.
(Mein erstes war MSDOS 2.1 oder so.)

Und auch MSDOS 7 hat keine UDMA-Unterstützung,
auch wenn UDMA im BIOS nicht auf disable steht!!!!!!!

Braucht es auch nicht; nur das BIOS braucht sie. Und wenn das UDMA
kann, so wie meins, dann könnte wahrscheinlich sogar MS-DOS 1.0 das
nutzen, da es dieselbe Schnittstelle zum BIOS nutzt.

Ohne das MS-DOS 1.0 den UDMA-Controller initialiesiert,
geht es eben nicht. Dort gibt es ja auch keinen Opcode für.
Und so nutzt MS-DOS 1.0 nur den PIO-Mode egal welches MoBo dran hängt.

Schau dir doch mal die Funktionsweise eines DMA-Controllers an,
als vage rum zu späkulieren.

Du kannst es selber ausprobieren, lade dir udma.sys runter
und binde es in die config.sys von MSDOS 7 ein.

Brauche ich nicht, da mein Kontroller im UDMA-Modus arbeitet - welches
DOS ich verwende, spielt dabei keine Rolle.

Du kennst dich mit deiner Hardware aber wenig aus.

Ich weiß, daß einige
BIOSse flunkern, was die angebliche Aktivierung des UDMA-Modus
betrifft, aber bei mir stimmt auch die Leistung mit der erwarteten
überein.

Lese erst ein mal, wie ein UDMA-Kontroller arbeitet
und wie man ihn programmiert, dann wirst du deinen Irrtum erkennen.

Dirk
.



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