Re: Wozu noch DOS?



Dirk Wolfgang Glomp schrieb:

Udo Kuhnt schrieb:
Ja, aber in der Computerwissenschaft werden Rechner nach ihren
Betriebssystemfamilien unterschieden.

Du meinst jetzt die eine Linie, die andere Linie unterscheidet
nach der Hardware.

Nein, eigentlich nur bei der Rechnerarchitektur, bei der naturgemäß
das Betriebssystem nicht betrachtet wird.

Ohne das BIOS würde DOS nicht laufen,

Die ganze Hardware auch nicht.

Stimmt, Initialisierung der Hardware ist eine der drei Grundaufgaben
eines jeden Betriebssystem;

Die Hardware initialisiert sich mit ihrem BIOS selbst.
Man könnte ja auch sagen sie hat ihr eigenes kleines OS.

die anderen sind Verwaltung der
Systemressourcen und die Steuerung der Ein-/Ausgabe.

Dabei wird die Hardware vom OS angesprochen und sie antwortet dann.

also ist es ein Teil des Betriebssystems.

Wenn jetzt aber von DOS nicht jede Hardware über ihr BIOS angesprochen wird,
zählt dann dieses BIOS nicht zum DOS?

Doch, solange es den Programmen weiterhin zur Verfügung steht. Würde
allerdings DOS einen Teil der BIOS-Routinen blockieren oder durch
eigene ersetzen, so daß DOS-Programme diesen Teil nicht mehr aufrufen
können, dann wäre er folglich auch nicht länger ein Teil von DOS.

Das GraKa-Bios hat sich zum Glück ja im laufe der Zeit immer mehr
verbessert und die verschiedenen Hersteller haben sich immer
mehr auf bestimmte Funktionen geeinigt.
So gibt es heute zB. die Vesa-Schnittstelle(vesa.org->Vbe3.pdf).

Nach deiner Bios gehört zum OS-Definition, wäre ja eine Vesa 3.0-GraKa
von MSDOS 1.0 aber extrem schlecht unterstützt.

Vermutlich genausogut wie von MS-DOS 7.10 - alle Funktionen sind
vorhanden. Es kann natürlich sein, daß MS-DOS 1.0 sich an einigen
Graphikmodi verschluckt, aber die reine Zeichenein-/ausgabe sollte
trotzdem funktionieren.

Zumal ja der ganze 3D-Bereich Pixelschader etc., ebenso unter MSDOS 7
brach liegt und wahrscheinlich nur über diverse Portadressen
ansprechbar ist.

Ich habe nicht gesagt, daß das Video-BIOS den Funktionsumfang der
Graphikhardware vollständig abdeckt - vielleicht wird das ja was in
VBE 4.0. ;-)

Ich glaube kaum, das in dem kleinen GraKa-Bios hunderte Portadressen
aufgerufen werden können, um die volle 3D-Leistung von DX9 unter
DOS-REAL-Mode nutzbar zu machen.

Ich habe auch nicht behauptet, daß so ein BIOS immer noch klein wäre.
Es müßte auch nicht immer vollständig resident im Speicher
verbleiben, so wie die ersten VESA-Treiber ja auch erst geladen werden
mußten. Und VBE unterstützt schon seit Version 2.0 auch den Protected
Mode.

Ich habe ein DOKU von den Portadressen einer Voodoo 2/3 GraKa,
die noch gar kein DX9 kann.

Stimmt, die Dinger verwendeten ja noch Glide, was auch unter DOS
funktionierte. 3D-Graphikbeschleunigung existiert ja bereits länger
auf dem PC als Windows95 oder Direct3D.

Ich meine die Routinen des
BIOS-APIs, die über Softwareinterrupts aufgerufen werden und die Basis
von DOS bilden, wie z.B. Int 13h zum Ansteuern der Festplatten, etc.

Ah du zählst nur einen bestimmten Teil jeweils der verschiedenen
Hardware-Biose zu DOS zugehörig.

Ja, alles, was dann der Software noch zur Verfügung steht.

Ja eben nicht alles.

Nein, nur die Teile, die zu der definierten Programmumgebung gehören,
also sich über das API aufrufen lassen. Das schließt den POST und
leider auch den CD-ROM-Treiber des BIOS aus.

Wobei nach
dem Laden von DOS einige BIOS-Funktionen noch ersetzt oder umgeleitet
werden, so daß DOS und BIOS miteinander verzahnt sind.

Klar wenn ich mit meiner sich selber bootenden Software,
das GraKa-Bios aufrufe, ist meine Software damit verzahnt.

Nur, daß Deine Software nicht die Aufgaben des BS übernimmt, so daß
Du den ganzen Rest des Gedankenspiels gleich vergessen kannst. :-)

Aber welches DOS(kein Emu) ist hier eigentlich hotplugfähig?

Das hängt von den verwendeten Geräten ab; die meisten PC-Geräte sind
nicht hotplugfähig.

Welches denn?

Alle Arten von Laufwerken beispielsweise, genauso wie Mäuse (es sei
denn, man lädt anschließend den Treiber), eventuell noch bestimmte
Tastaturen.

Ja wohl nur bei USB.

Nein, eher die normalen; die reagieren z.T. ganz empfindlich auf das
Trennen der Verbindung.

Weder PS2 noch COM/LPT dürfen wärend des Betriebes gesteckt/gezogen werden.

Ob sie dürfen oder nicht, war hier nicht die Frage, sondern ob es
funktioniert. ;-)

Hotplugfähig sein dürften Netzwerkgeräte, Joysticks (nicht
ausprobiert), Modems, Drucker und externe Midigeräte.

Drucker nur über USB.

Parallel auch.

Wenn Du NT meinst, warum sagst Du es nicht auch? NT rechne ich nicht zu
den PC-Betriebssystemen, da es PC-Programme nicht nativ ausführen
kann, sondern nur mittels eines Emulators.

Also an deine Sprache muß man sich auch erstmal gewöhnen.

An Deine Durcheinanderwürfelung von Hardware und Software auch. ;-)

Ich Würfel ja nicht durcheinander, sondern lasse das jeweilige BIOS
bei seiner Hardware. Also eine klare Trennung von einem OS.

Eben, du trennst BIOS und Software. Das BIOS ist aber ebenfalls
Software, auch wenn es an die Hardware gekoppelt ist. :-)

und Windows-Programme sind keine PC-Programme?

Nein

Oha.

Irgendwo muß man ja schließlich die Grenze ziehen, sonst sind
demnächst auch C64-Programme PC-Programme, weil es C64-Emulatoren für
den PC gibt.

Und nur der ehemals gemeinsame Hersteller reicht mir als Verbindung
nicht.

Da Windows immer nur ein separates Programm war, kein Teil von DOS, und
dazu wegen der undokumentierten Funktionen in neueren Windowsversionen
an MS-DOS gebunden ist, das nun mal nicht mehr weiterentwickelt wird,
hat es sich auch nie zu einem herstellerübergreifenden Standard
entwickelt.

Kennst du etwa ein DOS-Plug'n'Play-Gerät das ohne Treiber arbeitet?

Ja, den Monitor! ;-)

Welche DOS-Anwendungen nutzen hier noch die DDC-Leitung,
um an die EDID-Moni-Info zu kommen?

Dr Hardware Sysinfo, zum Beispiel.

Mal Spaß beiseite, ohne Treiber geht es zwar nicht, aber ohne daß man
einen laden muß. Das gilt für die Graphikkarte, externe

Ich selber nutze sehr wohl ohne jegliche Treiber, etwa das VESA-Bios
der GraKa. Den deutschen Zeichensatz findet man dort ebenso,
alles ohne Treiber.

Der steckt im BIOS-ROM der Graphikkarte.

>>>>Nein, MSDOS 1.0 beherscht kein Udma.

Hast Du es ausprobiert? ;-)

Es gab noch gar kein Udma als MSDOS 1.0 entwickelt wurde.
(Mein erstes war MSDOS 2.1 oder so.)

Und auch MSDOS 7 hat keine UDMA-Unterstützung,
auch wenn UDMA im BIOS nicht auf disable steht!!!!!!!

Braucht es auch nicht; nur das BIOS braucht sie. Und wenn das UDMA
kann, so wie meins, dann könnte wahrscheinlich sogar MS-DOS 1.0 das
nutzen, da es dieselbe Schnittstelle zum BIOS nutzt.

Ohne das MS-DOS 1.0 den UDMA-Controller initialiesiert,
geht es eben nicht. Dort gibt es ja auch keinen Opcode für.

Wie gesagt, MS-DOS hat damit gar nichts zu tun; das erledigt alles das
BIOS.

Und so nutzt MS-DOS 1.0 nur den PIO-Mode egal welches MoBo dran hängt.

Nein, es nutzt denselben Modus, den auch das BIOS verwendet, ob das nun
PIO oder UDMA133 ist.

Schau dir doch mal die Funktionsweise eines DMA-Controllers an,
als vage rum zu späkulieren.

Ich spekuliere nicht, ich weiß es. Schau doch in den Quelltext von
DOS, dann wirst Du sehen, daß DOS die Festplattenhardware
ausschließlich über das BIOS anspricht. Darum brauchst Du auch keinen
separaten UDMA-Treiber zu laden, es sei denn, Dein BIOS beherrscht
diesen Modus nicht.

Du kannst es selber ausprobieren, lade dir udma.sys runter
und binde es in die config.sys von MSDOS 7 ein.

Brauche ich nicht, da mein Kontroller im UDMA-Modus arbeitet - welches
DOS ich verwende, spielt dabei keine Rolle.

Du kennst dich mit deiner Hardware aber wenig aus.

Sich mit Dir über UDMA zu unterhalten ist so, wie mit einem von Geburt
an Blinden über die Farben zu diskutieren. ;-D

Ich weiß, daß einige
BIOSse flunkern, was die angebliche Aktivierung des UDMA-Modus
betrifft, aber bei mir stimmt auch die Leistung mit der erwarteten
überein.

Lese erst ein mal, wie ein UDMA-Kontroller arbeitet
und wie man ihn programmiert, dann wirst du deinen Irrtum erkennen.

Es tut mir leid, daß Du noch nie das Erfolgserlebnis hattest, mit
einem UDMA-fähigen BIOS unter DOS zu arbeiten, aber das ist Dein
Problem. Kauf Dir einen Promise Ultra133 TX2-Kontroller, dann kann auch
Dein BIOS UDMA, und Dein DOS somit auch.

Oder lebe weiter im Schatten Deines Halbwissens; es ist mir egal.

Udo

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