Re: Wozu noch DOS?
- From: Stefan Reuther <stefan.news@xxxxxxxx>
- Date: Thu, 3 Aug 2006 12:18:02 +0000 (UTC)
Hallo,
Udo Kuhnt <048321887-0001@xxxxxxxxxxx> wrote:
Stefan Reuther schrieb:
Du redest wirr.
Ich erlaube mir mal, da Du selber keine neuen Argumente einbringst, und
auf meine auch nicht eingehst,
Das könnte auf Gegenseitigkeit beruhen.
Du glaubst, daß die C-Library bei DOS zwar zum Compiler gehört, bei
Linux jedoch zum Betriebssystem, aufgrund irgendeiner schwer faßbaren
Eigenschaft, die anscheinend Deiner Auffassung nach nur Unixsysteme
besitzen.
Das tut sie aufgrund der Eigenschaften, dass
- normalerweise nur die libc weiß, wie der Kern anzusprechen ist
(weil es eben RBIL für Unix nicht gibt)
- ohne dieses Wissen der Kern nutzlos ist.
Du glaubst, daß Programmcode, den man in eine Library auslagert,
dynamisch linkt und in das Verzeichnis /lib kopiert, damit nicht mehr
zu dem Programm gehört, sondern zu Linux.
Nein. Das habe ich weder gesagt, noch gemeint.
Du glaubst, daß alle Programme für Linux, egal in welcher Sprache und
für welchen Compiler sie geschrieben sind, die C-Library des
GCC-Compilers einbinden müssen,
Soviel zum Thema "auf Argumente eingehen".
Zum 56823sten Mal: Die libc ist nicht "die C-Library des GCC-Compilers".
info gcc Standards:
# GCC does not provide the library facilities required only of hosted
# implementations, nor yet all the facilities required by C99 of
# freestanding implementations; to use the facilities of a hosted
# environment, you will need to find them elsewhere (for example, in the
# GNU C library). *Note Standard Libraries: Standard Libraries.
Statt der als Beispiel angegebenen GNU C library funktioniert
selbstverständlich auch die Solaris libc, die FreeBSD libc, die dietlibc,
die AIX libc, ...
ob sie deren Funktionen nun einsetzen oder nicht, weil das angeblich in
irgendeiner mystischen Spezifikation vorgeschrieben ist.
http://www.acm.uiuc.edu/sigops/rsrc/pfmt11.pdf, Seite 49:
# Because every ABI-conforming program imports the basic system services
# from a shared object library, the dynamic linker participates in every
# ABI-conforming program execution.
Wie diese Shared Objects heißen und was sie beinhalten, steht z.B. in
http://www.sco.com/developers/devspecs/abi386-4.pdf (S. 92ff). Dort wird
sogar X11 und Motif dazugezählt. SVGALIB nicht, aber die ist für mich mit
dem gleichen Grund "ein Linux-API", wie DirectX "ein Windows-API" und
int 33h "ein DOS-API" ist.
Fazit: Ein Betriebssystem nur über den Funktionsumfang eines
C-Compilers zu definieren, ist rational nicht nachvollziehbar, da C nur
eine Sprache unter vielen ist.
Genausowenig, wie ein Betriebssystem über den Funktionsumfang eines
Assemblers und Interruptvektoren residenter Programme zu definieren. Schon,
weil es letztere unter anderen Systemen als DOS nicht gibt.
Einen schönen Tag noch.
War mir ein Vergnügen.
Stefan
.
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