Re: Komponenten für Linux-Media-Center-PC?
- From: Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11@xxxxxxxx>
- Date: Sat, 30 Jul 2011 09:46:28 +0200
Am 29.07.2011 21:01, schrieb Benedikt Schwarz:
Demnächst möchte ich mir einen Media-Center-PC zusammenschrauben. Als
Media Center schwebt mir das XBMC Media Center vor. Als Betriebssystem
würde ich gerne Linux (Kubuntu) verwenden.
Das "fette" KDE ist unzweckmässig, wenn du damit dann sowieso nur XBMC startest. Das frisst nur massig Speicher und dauert beim Booten unnötig lange.
Nimm besser xfce (Xubuntu) als Unterbau. Das gilt umso mehr, wenn du auf eine Atom-CPU abzielst.
Ruckelfreie 1080p Wiedergabe auf einem per HDMI angeschlossenen
Fernseher sollte schon drin sein.
1. Reicht eine Intel Onboard-Grafik dafür aus?
Mit leistungsfähigen CPUs (Klasse CoreDuo aufwärts) reichen einige (NICHT alle!) Onboard-Grafikchips aus.
Wegen dem Stromverbrauch tendiere ich beim Prozessor zu einem sparsamen
Intel Atom.
2. Hat ein Intel Atom der neusten Generation genügend "Dampf" für HD-Videos?
Nein. Hier ist Unterstützung durch eine potente GPU zwingend.
Unter Linux läuft das im Moment auf nVidia ION hinaus. Deren closed-source Treiber können gängige Videoformate komplett in Hardware dekodieren und bringen mit "VDPAU" auch eine sauber funktionierende Schnittstelle zu XBMC mit.
3. Wie sieht es mit Blu-ray-Wiedergabe unter Linux aus?
Nach wie vor schlecht. Es gibt keine vollwertige Playersoftware.
Man kann die Disks lediglich mit MakeMKV auf die Festplatte kopieren und mit Einschränkungen (kein Menü, Bugs bei Untertiteln und einigen exotischen Tonformaten) hinterher von dort anschauen. MakeMKV kann auch direkt nach VLC streamen, aber da ist der Komfort dann endgültig bei Null (kein Vor-/Zurückspulen!) und man braucht wieder eine dicke CPU, da der VLC es mit hardwarebeschleunigter Dekodierung nicht so hat.
Wie üblich soll das ganze möglichst sparsam und leise sein. Als
Festspeicher peile ich eine SSD an.
Das halte ich für kostentreibenden Unsinn. Der Datendurchsatz einer SSD wird bei der Videowiedergabe und dem Booten des Systems nicht einmal ansatzweise ausgenutzt. Notebook-Platten sind ebenfalls leise und wesentlich billiger.
Hergen
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