Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Marcel Müller <news.5.maazl@xxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Thu, 21 Feb 2008 12:00:59 +0100
Hallo,
Benjamin Gawert schrieb:
* Marcel Müller:
XP ist außerdem nicht so eine Ressourcenschleuder wie Vista. Ich würde bei 08/15 Desktop Nutzungsprofil mit 0,5 bis 0,75GB pro gleichzeitig aktiven XP-User kalkulieren.
Das ist aber schon verdammt wenig. 1GB sollten es auch für Windowsxp schon sein, denn mit 512MB wird es selbst für Office schon arg eng. Und ja, man merkt auch bei einfachen Tasks unter Windowsxp den unterschied zwischen 512MB und 1GB RAM.
Kommt auf die Anwendungen an. Wenn auf der XP-Kiste nicht /jeder/ Mist im Autostart installiert ist, kann man mit 512MB schon vernünftig Office machen. Mehr allerdings auch nicht. Und üblicherweise öffnen nicht alle User gleichzeitig ein 200MB-Monsterdokument.
Zusammen mit dem Eigenverbrauch von VMWare sind 1GB minimum für die VM sicher nicht zu hoch angesetzt,
Ein Zuschlag für das Host-OS und VMWare ist natürlich anzusetzen. Der Skaliert aber kaum mit dem Speicherverbrauch der VMs.
Wichtiger ist, dass das I/O-Subsystem die gehobene Last noch stemmen kann. Das ist nämlich auch bei den Desktops meist schon der Engpass.
Welche gehobene I/O-Last (ausser dem Auslagern) hat denn ein Client, der Deiner Meinung nach mit nur 512MB RAM auskommt? Oder meinst Du die I/O-Last auf dem Server?
Ja, den Server habe ich schon gemeint. Wenn 6 Leute arbeiten hat die Platte halt 6-mal soviel zu tun. In dem Fall kann man zwar einiges überbuchen, weil natürlich nicht alle User gleichzeitig auf der Platte rumrödeln.
Und da gilt: je mehr Platten, desto mehr Durchsatz.
Nein. Der I/O-Durchsatz lässt sich nicht unbegrenzt mit der Anzahl der Platten steigern.
Unbegrenzt natürlich nicht. Aber bezogen auf SoHo-Server mit vielleicht allerhöchstens einer Hand voll Platten schon.
Die riesigen Datengräber sind für den Servereinsatz fast gänzlich ungeeignet, da sie ihre riesigen Datenmengen nicht schnell genug preisgeben, als das sich die ganze Kapazität sinnvoll nutzen ließe. (Außnahme: Archvierung und Bachup-Mirror)
Auch das ist Quatsch. Sicher bieten SAS-Platten (SCSI ist inzwischen ziemlich tot) kürzere Zugriffszeiten, einige aktuelle SATA-Platten kommen aber inzwischen schon ziemlich nahe an die Durchsatzraten ran.
Im Multiuserbetrieb gibt eigentlich vorranging die Zugriffszeit den Takt an. Allerdings kann man das durch mehrere Platten ganz gut kompensieren. Das verbessert zwar die Latenz kein bisschen, aber der Duchsatz steigt schon deutlich.
Im RAID-Verbund an einem schnellen Controller (bevorzugt SAS) ist auch mit SATA locker die für den genannten Einsatzzweck notwendige I/O-Performance erreichbar - zu einem Bruchteil der Kosten einer vergleichbaren SAS-Lösung.
Auf jeden Fall. Aber auch da wirken Raptoren gezielt eingesetzt zuweilen Wunder.
Für einen Terminalserver kannst Du mit weniger RAM auskommen (4GB bei max 4-5 gleichzeitigen Clients, 6GB wenn alle 7 Clients gleichzeitig arbeiten), auch hier sollte ein 64bit-OS ran.
Also, bei uns in der Firma haben sie auf den 32-Bit-Servern mit 4 CPU-Kernen (irgendwelche XEONS) der Terminalserverfarm durchaus 20 bis 30 User gleichzeitig angemeldet, ohne dass selbige spürbar langsam sind. OS ist W2k3 Server. Allerdings liegen die Userdaten natürlich nicht lokal, sondern auf einer anderen Maschine in einem durchaus schnellen SAN. Und Datenbank läuft natürlich auch keine auf dem gleichen Server.
Das erklärt dann ja auch, warum ein relativ sparsam ausgestattetes System bei Euch ausreicht. Das Anforderungsprofil ist aber nunmal völlig anders, denn offenbar sollen alle Anwendungen auf einem einzelnen System konsolidiert werden. Und da ist mit einem 32bit-Server mit irgendwelchen CPUs und wenig RAM nunmal nix zu wollen.
Ja, das stimmt. Aber ich fürchte der I/O-Durchsatz eines einzelnen Servers wird der Engpass bleiben. Mit RAM kann man das zwar ein bisschen kompensieren, aber auch das hat Grenzen.
Und ja, für das vom Fragesteller ursprünglich beschriebene Szenario (einzelner Server mit Kapazität für File- und ftp-Serving, eine netzwerkbasierte Datenbanklösung sowie 6-7 virtualisierte Windowsxp-Clients für Office und Datenbankzugriff) ist die von mir beschriebene Konfiguration durchaus realistisch. BTDT.
Oops, das mit der Datenbank hatte ich im OP irgendwie überlesen. Das macht wirklich einen riesen Unterschied.
Bei der Wahl zugunsten einer Terminalserverlösung muss aber auch eines klar sein. Mal eben irgendwelche Software installieren ist da nicht. Und 7 Leute, die mit Adminrechten arbeiten, ist auch nicht, sonst kann man den Rechner gleich aus dem Fenster werfen und wieder eine Schreibmaschine verwenden. Kurzum, es bedarf eines echten Administrators, der die Kiste wartet. Denn wenn es knirscht, können gleich alle nichts mehr schaffen.
Es sollte eigentlich klar sein, dass Anwender niemals mit Administratorrechten arbeiten, egal ob Terminalserver oder "richtige" PCs mit Windowsxp.
Theorie und Praxis klaffen da gerade in kleinen Unternehmen leider oft weit auseinander.
Manchmal bauen einzelne Anwendungen auch richtig Mist, wenn sie in zwei Sessions auf derselben (logischen) Kiste laufen. In den Punkten sind die VMs deutlich gutmütiger.
Man muss halt vorher die Eignung der jeweiligen Anwendung für den Mehrbenutzerbetrieb überprüfen.
Ja. Dummerweise treten die Kollisionen durch gemeinsame Temp-Filenamen, Registry-Einträge oder gemeinsame IPC-Ressourcen nicht immer gleich auf, wenn die Ressourcen nicht durchgehend benutzt werden. Eine Frage beim Hersteller ist i.A. hilfreich.
Und Backup nicht vergessen, sonst wird es beim ersten oder spätestens zweiten größeren Problem gleich existenziell.
Auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Auch das fällt in die Kategorie Theorie und Praxis. Das hat natürlich damit zu tun dass 1GB Storage mit Backup mittlerweile ein mehrfaches von dem ohne Backup kostet.
Marcel
.
- References:
- Welche Serverhardware fuer VM?
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- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Benjamin Gawert
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- From: Jörn Hansch
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- From: Benjamin Gawert
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