Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Benjamin Gawert <bgawert@xxxxxx>
- Date: Wed, 20 Feb 2008 12:47:04 +0100
* Marcel Müller:
XP ist außerdem nicht so eine Ressourcenschleuder wie Vista. Ich würde bei 08/15 Desktop Nutzungsprofil mit 0,5 bis 0,75GB pro gleichzeitig aktiven XP-User kalkulieren.
Das ist aber schon verdammt wenig. 1GB sollten es auch für Windowsxp schon sein, denn mit 512MB wird es selbst für Office schon arg eng. Und ja, man merkt auch bei einfachen Tasks unter Windowsxp den unterschied zwischen 512MB und 1GB RAM. Zusammen mit dem Eigenverbrauch von VMWare sind 1GB minimum für die VM sicher nicht zu hoch angesetzt, ich würde als Minimum eher 1,2GB ansehen und 1.5GB durchaus realistisch.
Wichtiger ist, dass das I/O-Subsystem die gehobene Last noch stemmen kann. Das ist nämlich auch bei den Desktops meist schon der Engpass.
Welche gehobene I/O-Last (ausser dem Auslagern) hat denn ein Client, der Deiner Meinung nach mit nur 512MB RAM auskommt? Oder meinst Du die I/O-Last auf dem Server?
Und da gilt: je mehr Platten, desto mehr Durchsatz.
Nein. Der I/O-Durchsatz lässt sich nicht unbegrenzt mit der Anzahl der Platten steigern.
Die riesigen Datengräber sind für den Servereinsatz fast gänzlich ungeeignet, da sie ihre riesigen Datenmengen nicht schnell genug preisgeben, als das sich die ganze Kapazität sinnvoll nutzen ließe. (Außnahme: Archvierung und Bachup-Mirror)
Auch das ist Quatsch. Sicher bieten SAS-Platten (SCSI ist inzwischen ziemlich tot) kürzere Zugriffszeiten, einige aktuelle SATA-Platten kommen aber inzwischen schon ziemlich nahe an die Durchsatzraten ran. Im RAID-Verbund an einem schnellen Controller (bevorzugt SAS) ist auch mit SATA locker die für den genannten Einsatzzweck notwendige I/O-Performance erreichbar - zu einem Bruchteil der Kosten einer vergleichbaren SAS-Lösung.
Für einen Terminalserver kannst Du mit weniger RAM auskommen (4GB bei max 4-5 gleichzeitigen Clients, 6GB wenn alle 7 Clients gleichzeitig arbeiten), auch hier sollte ein 64bit-OS ran.
Also, bei uns in der Firma haben sie auf den 32-Bit-Servern mit 4 CPU-Kernen (irgendwelche XEONS) der Terminalserverfarm durchaus 20 bis 30 User gleichzeitig angemeldet, ohne dass selbige spürbar langsam sind. OS ist W2k3 Server. Allerdings liegen die Userdaten natürlich nicht lokal, sondern auf einer anderen Maschine in einem durchaus schnellen SAN. Und Datenbank läuft natürlich auch keine auf dem gleichen Server.
Das erklärt dann ja auch, warum ein relativ sparsam ausgestattetes System bei Euch ausreicht. Das Anforderungsprofil ist aber nunmal völlig anders, denn offenbar sollen alle Anwendungen auf einem einzelnen System konsolidiert werden. Und da ist mit einem 32bit-Server mit irgendwelchen CPUs und wenig RAM nunmal nix zu wollen.
Auf den VM-Kisten sind so 4-8GB Speicher drin und es laufen eine bis zwei Hände voll VMs auf einer Kiste. Größtenteils einfachere Server. Aber demnächst auch die Arbeitsplätze der Softwareentwicklung. Ein explizites Host-OS kommt nicht zum Einsatz, sondern VMware ESX-Server, der nativ auf den Kisten läuft. Der Storage der VMs liegt aber wieder im SAN.
Ein weiterer Terminalserver mit nur 2GB RAM und 1,irgendwas GHz Dual-CPU kann sinnvoll von bis zu 3 Softwareentwicklern genutzt werden. Und gegen dieses Nutzungsprofil ist Office Pillepalle.
Dummerweise entspricht auch das in keiner Weise den Anforderungen des Fragestellers welcher eben *nicht* die Last auf mehrere Systeme verteilen möchte. Deswegen ist es auch ziemlich irrelevant, was Du oder jemand Anderes für einen gänzlich anderen Anwendungsfall laufen haben.
Und ja, für das vom Fragesteller ursprünglich beschriebene Szenario (einzelner Server mit Kapazität für File- und ftp-Serving, eine netzwerkbasierte Datenbanklösung sowie 6-7 virtualisierte Windowsxp-Clients für Office und Datenbankzugriff) ist die von mir beschriebene Konfiguration durchaus realistisch. BTDT.
Bei der Wahl zugunsten einer Terminalserverlösung muss aber auch eines klar sein. Mal eben irgendwelche Software installieren ist da nicht. Und 7 Leute, die mit Adminrechten arbeiten, ist auch nicht, sonst kann man den Rechner gleich aus dem Fenster werfen und wieder eine Schreibmaschine verwenden. Kurzum, es bedarf eines echten Administrators, der die Kiste wartet. Denn wenn es knirscht, können gleich alle nichts mehr schaffen.
Es sollte eigentlich klar sein, dass Anwender niemals mit Administratorrechten arbeiten, egal ob Terminalserver oder "richtige" PCs mit Windowsxp.
Manchmal bauen einzelne Anwendungen auch richtig Mist, wenn sie in zwei Sessions auf derselben (logischen) Kiste laufen. In den Punkten sind die VMs deutlich gutmütiger.
Man muss halt vorher die Eignung der jeweiligen Anwendung für den Mehrbenutzerbetrieb überprüfen.
Und Backup nicht vergessen, sonst wird es beim ersten oder spätestens zweiten größeren Problem gleich existenziell.
Auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Benjamin
.
- Follow-Ups:
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Marcel Müller
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- References:
- Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Jörn Hansch
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Benjamin Gawert
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Jörn Hansch
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Benjamin Gawert
- Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Marcel Müller
- Welche Serverhardware fuer VM?
- Prev by Date: Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- Next by Date: Re: Keyboard-Unfall
- Previous by thread: Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- Next by thread: Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- Index(es):
Relevant Pages
|