Re: Welche Serverhardware fuer VM?
- From: Marcel Müller <news.5.maazl@xxxxxxxxxxxxxxx>
- Date: Wed, 20 Feb 2008 00:45:32 +0100
Hallo,
Benjamin Gawert schrieb:
Pro VM kannst Du mindestens 1GB RAM einrechnen, ich würde der Performance Willen lieber mit 1.5GB rechnen, was bedeutet, dass schon alleine für die VMs schon 7GB - 10.5GB RAM benötigst -> 12GB oder 16GB RAM und ein 64bit-Betriebssystem.
*ups*
Die momentanen Rechner (Clients) haben alle irgendwas um 1,7 Ghz und 512 Ram. Wie kommst du da auf 1-1,5 GB?
Weil nicht nur das in der VM laufende OS Speicher braucht, sondern auch die VM selbst.
naja, macht mal halblang. Das Host-OS belegt halt nochmal Speicher. Pro VM wird eigentlich nicht viel Memory zusätzlich für die Emulation gebraucht. Im Wensentlichen liegt der Speicherbedarf pro VM am Client-OS.
XP ist außerdem nicht so eine Ressourcenschleuder wie Vista. Ich würde bei 08/15 Desktop Nutzungsprofil mit 0,5 bis 0,75GB pro gleichzeitig aktiven XP-User kalkulieren.
Wichtiger ist, dass das I/O-Subsystem die gehobene Last noch stemmen kann. Das ist nämlich auch bei den Desktops meist schon der Engpass.
Und da gilt: je mehr Platten, desto mehr Durchsatz. Die riesigen Datengräber sind für den Servereinsatz fast gänzlich ungeeignet, da sie ihre riesigen Datenmengen nicht schnell genug preisgeben, als das sich die ganze Kapazität sinnvoll nutzen ließe. (Außnahme: Archvierung und Bachup-Mirror)
Ein 64-Bit OS ist aber bei 7 VM schon angeraten. Das wiederum schränkt die VMs auf jene ein, die 32-Bit Clients auf 64-Bit Hosts können.
Und grade der geht bei den Datenbankintensiven Zugriffen zunehmend voellig in die Knie - ehrlich gesagt habe ich auch ein bisschen die Hoffnung, dass sich das quasi "von selbst" erledigt, wenn VM und NAS auf einem Rechner liegen.
Nein, wieso sollte es? Den Ressourcenverbrauch hast Du immer, egal ob er auf mehrere Rechner verteilt ist oder auf einem System konsolidiert wurde.
Im Gegenteil! Der Flaschenhals ist das Disk-IO. Mit den chronisch selbst für Desktops zu lahmen Desktopplatten geht man da voll baden.
Wie Frank-Christian ja schon angemerkt hat, wäre vermutlich der Einsatz eines Terminal-Servers besser als dieVirtualisierung der Clients über eine VM, denn das braucht weniger Ressourcen, und wirklich Sinn macht die Virtualisierung der Clients ja eigentlich auch nicht.
Für einen Terminalserver kannst Du mit weniger RAM auskommen (4GB bei max 4-5 gleichzeitigen Clients, 6GB wenn alle 7 Clients gleichzeitig arbeiten), auch hier sollte ein 64bit-OS ran.
Also, bei uns in der Firma haben sie auf den 32-Bit-Servern mit 4 CPU-Kernen (irgendwelche XEONS) der Terminalserverfarm durchaus 20 bis 30 User gleichzeitig angemeldet, ohne dass selbige spürbar langsam sind. OS ist W2k3 Server. Allerdings liegen die Userdaten natürlich nicht lokal, sondern auf einer anderen Maschine in einem durchaus schnellen SAN. Und Datenbank läuft natürlich auch keine auf dem gleichen Server.
Auf den VM-Kisten sind so 4-8GB Speicher drin und es laufen eine bis zwei Hände voll VMs auf einer Kiste. Größtenteils einfachere Server. Aber demnächst auch die Arbeitsplätze der Softwareentwicklung. Ein explizites Host-OS kommt nicht zum Einsatz, sondern VMware ESX-Server, der nativ auf den Kisten läuft. Der Storage der VMs liegt aber wieder im SAN.
Ein weiterer Terminalserver mit nur 2GB RAM und 1,irgendwas GHz Dual-CPU kann sinnvoll von bis zu 3 Softwareentwicklern genutzt werden. Und gegen dieses Nutzungsprofil ist Office Pillepalle.
Bei der Wahl zugunsten einer Terminalserverlösung muss aber auch eines klar sein. Mal eben irgendwelche Software installieren ist da nicht. Und 7 Leute, die mit Adminrechten arbeiten, ist auch nicht, sonst kann man den Rechner gleich aus dem Fenster werfen und wieder eine Schreibmaschine verwenden. Kurzum, es bedarf eines echten Administrators, der die Kiste wartet. Denn wenn es knirscht, können gleich alle nichts mehr schaffen.
Manchmal bauen einzelne Anwendungen auch richtig Mist, wenn sie in zwei Sessions auf derselben (logischen) Kiste laufen. In den Punkten sind die VMs deutlich gutmütiger.
Und Backup nicht vergessen, sonst wird es beim ersten oder spätestens zweiten größeren Problem gleich existenziell.
Marcel
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