Re: Echter RAID5-Contoller (SATA2, PCI-X)
- From: Andreas Viehrig <0x01++01++@xxxxxxxxxxxx>
- Date: Wed, 16 Jul 2008 10:45:13 +0200
Jan Heichler schrieb:
On Mon, 14 Jul 2008 11:22:22 +0200, Andreas Viehrig
Jan Heichler schrieb:
Was ist denn eine "effektive Datenrate"?
Die, die in der Praxis netto übrigbleibt, vor allem bei kleinen Dateien.
Wenn ein Hersteller eine Datenrate angibt, dann immer für große Files
- denn dann ist die Datenrate am höchsten. Und "kleine Dateien" ist
sehr schwammig. 1kB? 10kB? 100kB?
Dazu kommt das die Transfergeschwindigkeiten gerade beim schreiben auf
RAID-5 stark vom Setup abhängen. Es ist wünschenswert das Controller
einen "Full stripe" schreiben können. Also quasi einen Datenblock der
genau "Anzahl der Platten * Datenteil pro Platte" entspricht.
Wenn du ein 4+1 RAID5 hast und die Blockgröße 128k ist, dann werden
512k genau auf die 4 Platten gepackt + der Parity-Block auf die 5te.
Wenn du 256k schreibst, dann muss ersteinmal von zwei Platten gelesen
werden um den Stripe vollständig zu haben. Dann wird Parity berechnet
und danach wird dann geschrieben. Das kostet natürlich.
Read-Modify-Write nennt man das Verhalten und das gilt es zu
vermeiden.
Dazu gibt es dann so Sachen wie Partition Alignment und entsprechende
Parameter für Filesysteme um den Controller immer genau in dem Bereich
zu betreiben wo er maximale Performance bringt.
Und selbst wenn du das alles bedenkst und einhältst, dann kommt es
immernoch auf deinen Anwendungsfall an.
Alle Durchsatzangaben von Herstellern bzgl. Performance waren bis
jetzt immer so optimitstisch das davon in der Praxis nichts übrig
blieb. Aus den 600 MB/s die ein Areca beispielsweise bei 16 Platten
erreicht können ganz schnell 50 MB/s werden, wenn nur die Dateigrößen
klein genug werden und es am Ende nur noch Random-IO ist.
Danke für die Hintergrund-Infos. Ich werde es nun wohl aber doch ohne RAID5
so wie in <160708.095024.38.15.dchlf.0x++@xxxxxxxxxxxx> beschrieben machen
müssen.
Die Durchsätze sind stark von
deinem Anwendungsfall abhängig.
Beispielsweise Kopieren von Dutzenden Gigabyte, vor allem kleine Dateien.
Zu welchem Zwecke tust du das?
Für Backups zum Bleistift. Die laufen bei mir alle per Batch und Robocopy.
Faustregel: kleine Dateien hängen eher an der Zahl der IOs als am
Durchsatz.
Das ist klar. Ich dachte aber, mit einem Controller mit eigener CPU auf der
sicheren Seite zu sein.
Mehr Spindeln = mehr IOs möglich. Mehr Cache = mehr IOs aus
dem Cache zu bedienen (beim kopieren wohl eher nicht so wichtig, da
jedes File wohl nur einmal gelesen udn einmal geschrieben wird).
Und: immer 2^n+Anzahl der Parity Platten planen. Das bringt in der
Regel die allerhöchste Performance bei Raidsets. Also für Raid5 2+1,
4+1, 8+1, 16+1 usw. (obwohl man weiter wohl selten geht) und für Raid6
entsprechend 2+2 (wer's braucht), 4+2 etc.
Hm, sollte man ein RAID5 also mit 4 Platten gar nicht benutzen, sondern mit
3 oder 5? Oder wie muß ich das verstehen?
Es ist schon klar, daß die Platten - normalerweise - der begrenzende Faktor
sind. Ich will aber ausschließen, ein Teil zu erwischen, bei dem man
irgendwann mal feststellt, daß die Geschwindigkeit des Controllers nur
knapp über dem liegt, was etwa zwei heutige Platten netto leisten. Wenn
Das wirst du nicht ausschliessen können.
Areca gibt mehr als 700 MB/s an. Bei 16 Spindeln allerdings. Sind
trotzdem nur 20 MB/s und Spindel. Ich weiss nicht warum das so
problematisch ist, doch viel höher kommen auch andere nicht. Immerhin
scheint der Prozessor schnell genug zu sein. Üblicherweise skaliert es
über 16 dann allerdings nicht mehr.
Mit 4+1 soltlest du immerhin schon 150 MB/s schreibend bekommen. Und
das sollte auch für 4+2 gelten.
http://www.areca.us/support/download/RaidCards/Documents/Performance/IOP341_16HDD_PerformanceReport.zip
Na ja, die Test liefen mit Volume Size 10 GB. Kann man da wirklich was
draus ableiten?
Hersteller sich ausschweigen, darf man aber genau das vermuten. Dann ist
der Controller mit Platten von morgen bloß noch grottig. Mit den neuen
Wenn du wirklich von kleinen Dateien sprichst interessieren dich
andere Werte viel mehr. Schau dir die Werte für Random Read / Random
Write in dem Areca PDF an. Da werden schon knapp 100 IOs für lesen von
einer Platte gezogen. Beim Schreiben immerhin noch fast 60. Das ist
beachtlich für SATA Technologie (bzw. 7200 Umdr.).
1,5-TB-Platten sind bereits die 380 MB/s des 3ware schon das, was 3 Platten
zusammen auf den äußeren Spuren können.
Lineare Zugriffe mit mehreren hundert MB/s kommen sehr sehr selten vor
am Arbeitsplatz. Daher interessiert dich das vermutlich gar nicht so
sehr wie du denkst.
Richtig. Letztlich sind es I/O-Werte, die ich brauche. Also entweder
Platten mit 10k/min oder mehr - oder eben RAID5, so dachte ich.
[...]
An deiner Stelle würde ich auf SAS achten. Es gibt bei Ebay immer mal
Dell PERC5 controller. Die sind eigentlich von LSI und haben 8 SAS
Ports. Kann man für unter 200 EUR bereits bekommen - incl. Cache als
Speichermodul und BBU.
Hm. Ich glaube, gebraucht will ich das vorerst nicht. Dafür bräuchte ich
mehr Erfahrung damit.
Bei 4 Platten im RAID5 kannst du nicht viel mehr als 150 MB/s beim
schreiben erwarten. Und selbst das schaffen viele nicht (immerhin 50
MB/s und Datenplatte) - und es gilt nur für einen Datenstrom mit
großen Blöcken geschrieben. In allen anderen Fällen wird die Leistung
deutlich darunter liegen. Welche Applikation hast du denn im Auge?
Ich gedachte, eine der OS-Partitionen, die Programme u. die Temp-Partition
draufzupacken. Bezüglich Daten-Partition war ich noch nicht sicher.
Trenn dich von "MB/s". Für das was da oben steht brauchst du IOs. ...
Letztlich ja. Aber für Platten mit 10 oder 15 k/min bräuchte ich einen
extra schallgedämmten Bunker (mit Klimaanlage), sonst würde ich das nicht
ertragen.
... Wie
lange wirst du mit 300 MB/s von den Platten lesen können? Hast du
Videos die du streamen willst?
Nein.
Fällt der Strom aus und ich habe keine USV, sind Board und Platten tot. Was
nützt mir da ein Batterie-Modul für den Controller?
Der Cacheinhalt bleibt erhalten. Siehe anderes Posting.
Schon klar. Wäre für mich aber Overkill.
Wenn der Strom ausfällt, und ich habe eine USV, wozu brauche ich dann ein
Batterie-Modul für den Controller?
Weil auch das Netzteil deines Rechners ausfallen kann. Im Prinzip
kannst du sogar den Controller samt Platten in einen anderen Rechner
stecken und bekommst deine Daten sauber geschrieben. Es kann also das
Mainboard kaputtgehen...
Ja, so brauche ich nicht zu denken. Ich bin kein Admin einer Fa., die pro
Minute Ausfall Millionen verliert. Das die Redundanz bis zum Abwinken
wollen und brauchen, ist klar.
Wenn du wirklich nur Heimanwender bist kommst du vermutlich ohne aus.
Allerdings: wenn du 400 EUR für nen Controller hinlegen willst sind
die 80 EUR für ne BBU vielleicht noch drin.
Lieber 'ne ordentliche USV (die mir ja bislang auch noch fehlt).
Andi
--
Neulich hat man herausgefunden: Männer sind *doch* multitaskingfähig.
Sie können Fußball schauen, dabei gleichzeitig Bier trinken und ebenfalls
noch ihrer Frau zuhören...
.
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