Re: Festplatte als Langzeitdatenspeicher



On 24 Jul., 21:51, Hilmar Steinhauer <usenet2...@xxxxxxxx> wrote:
Ja. Das prüft man halt ein bis zwei Mal pro Jahr, und kopiert
rechtzeitig um. Bis ein DLTIV-Band zurückgesichert ist, habe ich eine
Platte mit 3facher Kapazität 3 Mal kopiert.

Wenn man zu einer langfristigen Archivierung verpflichtet ist und die
Daten sowieso digital signiert sind, ist man u.U. durch Gesetz zur
Revalidierung bzw. Neusignatur verdonnert. Die Problematik ist ja die,
dass eine sichere Verschlüsselung von heute in ein paar Jahren schon
als unsicher angesehen werden kann. Siehe auch Hash-Werte von MD-5,
SHA-1, ...

SCSI ist 28 Jahre alt und heute noch üblich. IDE/ATAPI hat auch schon 23
Jahre auf dem Buckel, und es gibt immernoch Boards mit mindestens einer
IDE-Schnittstelle. PCI stirbt auch noch nicht wirklich aus.

SCSI gibt es in einiges Ausprägungen, sei es normal/differenziell,
SCSI-1/2/3, ... unterschiedliche Übertragungsarten, Stecker, usw. Für
den Vorläufer von IDE - ST506 - findet sich kaum mehr was, woran man
das anschließen könnte. Auch bei IDE müsste man u.U. zwischen XT- und
AT-BUS unterscheiden, wobei die Wahrscheinlichkeit eine rein XT-Bus-
Platte zu erwischen äußerst gering sein dürfte ...

Man kann dem aber durch einen entsprechenden (USB-)Adapter vorsorgen.
Ich denke mal, USB wird sich einige Zeit als Peripheriebus halten.

Bei den Steckplätzen wäre ich mir nicht so sicher ... da hat's auch
zuviele Varianten. Wenn Du noch was mit ISA-AT-Steckplatz willst,
wirst Du heute auch kaum mehr fündig ...

FAT ist quasi Computer-Steinzeit und heute noch lesbar. Von jedem
Consumer-Betrübsystem.

Man kann auch auf jedes Format setzen, welches heute durch Treiber,
die im Source-Code erhältlich sind, abgedeckt wird. Ich denke nicht,
dass die Dateisystem-Treiber aus dem Linux-Kernel so schnell
verschwinden werden.

Und das geht mit Festplatten i.d.R. schneller, als mit MO und Bändern.
Ich würde meine Daten grundsätzlich nicht nur einem Medientyp
anvertrauen, aber das ist eben auch eine Kostenfrage. 1 TiB sichert man
nicht mal eben auf optische Medien, von regelmäßiger vollständiger
Prüfung auf Lesbarkeit ganz zu schweigen. Für das, was ich in den
letzten drei Jahren in DVD-Rohlinge investiert habe, könnte ich heute 4
TiB in Festplatten kaufen. ;-)

Es ist doch auch die Frage, welchen Zweck man damit verfolgt: Als
Privatperson sichere ich meine Daten auch auf externe Festplatten, die
per USB 2.0 bzw. Firewire angeschlossen sind. Da aber das Backup in
einem rotierenden Verfahren erfolgt, kommt jede Platte regelmäßig dran
und eine "Langzeitarchivierung" ist das nicht.

Es ist insofern "Langzeit", als dass die Daten sowohl auf der
Arbeits-, als auch auf den Backup-Platten gelagert sind. Ich halte sie
also immer vor.

Zum Zwecke der Archivierung, d.h. Auslagerung der Informationen, sind
wahrscheinlich optische Medien besser geeignet: Hier hat man sowohl
wahlfreien Zugriff (random access), als auch gute Haltbarkeiten (WORM,
DVD-RAM). Allerdings ist diese Form nur mit einer Datenbank und einem
entsprechenden "Roboter" sinnvoll und weniger für Backups geeignet.

Vielleicht sollte man da genauer zwischen den Zielen unterscheiden?

Gruß, Dirk

.



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