Re: Storagelösung gesucht



Hallo!

Markus Sauer schrieb:
Hmm, die Lösung gegen Plattenausfall heißt aber eigentlich Backup.
Das gilt für die Systemplatte genauso wie für die Daten.
Ein tar-Image, gelegentlich und reihum auf die Client-Platten gezogen, und Knoppix-CD als Desaster-Recovery hätte völlig gereicht.

Wie kommst du auf die Idee, dass dies nicht so gemacht wird?

Dann verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Platte in den Müll, irgendein altes Ding erstmal rein, Backup wieder einspielen. Als Systemplatte für einen Fileserver sollte doch eigentlich jedes alte Ding Modell Grabbelkiste mit >2GB erstmal gut sein. Und sonderlich lange sollte das Prozedere eigentlich auch nicht dauern, oder?

Dennoch ist
der Aufwand einfach da, und wenn es mit einer Out-of-the-Box Lösung geht,
warum nicht?

Naja, da ist jede Änderung eben ein Firmware-Update. Das lässt sich per Backup nur rückgängig machen, wenn es erfolgreich war. Allerdings sollte man typischerweise auch nicht so oft daran herumspielen. Die Praxis sieht leider manchmal anders aus (Firmware Bugs und Unzulänglichkeiten). Das hängt aber sehr stark vom Einzelfall ab.


Das Backup-Problem lässt sich mit einem "echten" Server auch besser lösen. Gut, über's Netz geht auch. Wobei ich aber eher die umgekehrte Lösung zu schätzen gelernt habe: ein Band am Server und gelegentlich mal die PCs oder Notebooks übers Netz auf ein Band abgezogen.

Na klar, aktuelle Festplatten samte Inhalt lassen sich für den Hausgebrauch
perfekt auf Band sichern ;-)

Die Argumentation kann ich nachvollziehen. Aber irgendwie ist es doch so, dass man, wenn man bei der Anschaffung nur den Preis für die große Platte betrachtet hat, die Sache nicht ganz bis zum Ende gedacht hat.

Ich meine, was ein Glück, dass Bremsen nicht viel teurer als Motoren sind, sonst würden wir heute Autos fahren, die zwar Tempo 200 schaffen, aber keine Vollbremsung machen können!

Deshalb habe ich auch keine so große Platte im Server. Dann wird eben früher aufgeräumt! Derzeit sind es 72GB für Daten. Das sind bei mir 2 Bänder. Maximal das Doppelte würde ich noch aufrüsten. Für alles danach könnte ich mir wegen dem Backup nicht mehr leisten oder nicht mehr organisieren. Da hilft es mir wenig, wenn die Platten billig sind.
Und die Videos, die jetzt 2 Jahre keiner geguckt hat, sind auf Bändern (oder von mir aus DVD*R) auch ganz gut aufgehoben.


Lto 3 macht ~ 400GB unkomprimiert. Nur irgendwie gibt es da einen
Anschaffungswiederstand ;-)

Schon klar. Es muss ja kein Band sein. Mehrere externe Platten im Wechsel tun es auch.

Das Backup kostet eben heute zufälligerweise gleichviel oder mehr als der Online-Storage. Die Wichtigkeit bezogen auf die Anwendung ist aber im Verhältnis unverändert.

Es gab auch Zeiten, da war der Speicher sehr teuer (Anfang/Mitte 90er). Da wurden jede Menge Pentiums mit 8MB RAM und PIO-0-Platte verkauft - allesamt unausgewogen. Ein gleichteurer 486er mit 16-32MB RAM und schneller Platte war viel schneller. Trotzdem haben die Leute die Pentiums gekauft und dafür auf den dringend benötigten Speicher verzichtet - zum eigenen Schaden. Irgendwie ähnliche Situation.


Wo stand etwas von klein? Woher beziehst du deine Info? Die von mir
erwähnte Terastation (und um vergleichbare Lösung mit 4 Platten ging es)
kühlt die Platten besser als die meisten Rechner...

Das mag in der Tat sein.


Wo siehst du hier einen Verfahrensfehler? Man man man... das Stichwort Raid
und Backup ist in dieser Gruppe echt unmöglich...

Ich hatte aus der Beschwerde über die verstorbene Platte fälschlicherweise geschlossen, es gäbe /davon/ kein Backup.


Ordentliche Komponenten? Sag mir mal eine deiner Meinung
nach ORDENTLICHE Festplatte...

Also, mit meiner Fujitsu im Server bin ich ganz zufrieden. (Nummer: müsste ich erstmal die Rechnung suchen.) Es ist eine Platte der unteren Server-Klasse.

Seagate hat auch einige interesannte Modelle im Rennen. Bei mir und in meinem Umfeld laufen noch 3 Cheetahs (verschiedene Modelle) schon sehr lange und problemlos.

Ich vermute, dass die Raptoren sich auch ganz gut schlagen. Da fehlen mir aber noch irgendwie die Langzeiterfahrungen.


Zu Raid, die Begründung würde ich zu gerne hören...

RAID 1&5 erhöht im wesentlichen die Verfügbarkeit. Heißt: technische Defekte können vorübergehend kompensiert werden und es gibt (Hot-Plug vorausgesetzt) keine Downtime.

RAID 1&5 verringert das Risiko von Datenverlusten nur geringfügig, zumal Datenverluste neben Plattenausfällen wesentlich häufiger durch Fehlbedienung oder Softwarefehler (ggf. auch Viren) zustande kommen. Auch Schäden von außen (z.B. Überspannung oder Wasserschaden) wirken sich in der Regel "gleichmäßig" aus. Glücklicherweise kommt das in unseren Breiten nicht allzu oft vor. (Wer etwas nah an der Elbe wohnt, sieht das möglicherweise anders.)

Eine Downtime ist im privaten Einsatz aber in der Regel verschnerzlich, zumal die Home-RAIDs ohnehin alle kein Hot-Plug können und somit ohnehin mit einer allerdings kürzeren Downtime zu rechnen ist.

Bezahlbar ist im Privatbereich eigentlich nur RAID1. Das verdoppelt die Storagekosten. Ohne RAID hat man also Geld übrig, das man in andere Maßnahmen zur Datensicherung investieren kann. Z.B. bessere Komponenten, externe Backup-Platten, oder eben ein Bandlaufwerk. Da ist es m.E. beim privaten Anwendungsfall besser angelegt. Kleiner Tip: ein Blick in die Datenblätter der Hersteller verrät, dass zumindest die spezifizierte Wahrscheinlichkeit für Bitfehler/kaputte Sektoren (eine sehr häufige Todesursache) bei besseren Platten so ab der Workstation und Entry-Server-Klasse durchaus mal einen Faktor 10 besser ist, als beim Billigramsch. OK, für den doppelten pro-GB Preis.

Viele der Consumer-RAID1 Variationen sind nur zu sich selbst kompatibel. Fällt also statt der Platte mal der Controller, oder (wahrscheinlicher) das Mainborad auf dem er sitzt, aus, dann sitzt man womöglich auf intakten, unlesbaren Daten oder muss die defekte Komponenten durch exakt den gleichen Hersteller ersetzen. Ein klares Votum für echte Softwareraids /ohne/ proprietäre Treiber. Geht sowohl mit Windows als auch mit Linux.

Mit RAID1 kann ich natürlich minderwertige Komponenten "virtuell" aufwerten. Allerdings ist der Preis dafür ein erhöhter Serviceaufwand. So eine komplette RMA-Abwicklung ist nämlich auch nicht ohne. Außerdem fährt man dann ein paar Wochen ohne Sicherheit.

Bei einer ungespiegelten defekten Platte wird man dafür de facto zügig etwas Neues einbauen müssen und den Rückläufer anschließend verkaufen oder anderwärtig verwerten. Dafür sind die Daten zu keinem Zeitpunkt unsicher.

Ich habe auch eine Weile lang erwogen ein RAID5 aufzusetzen, zumal ich einen Mylex-RAID-Controller hätte bekommen können. Aber dann hätte ich Platten immer im 3er-Pack kaufen müssen, bei Defekten immer ähnlich große Modelle nehmen müssen. Aufwand, Kosten, unflexibel.

Fazit: wenn wenige Tage Ausfall signifikant stören, sollte man über RAID nachdenken. Allerdings sollte man dabei bedenken, das auch ein kaputter Elko im Arbeitsplatz-PC oder dem 20€-Switch 100% Produktivitätsverlust sein kann und die Verfügbarkeit möglicherweise trügerisch ist, solange diese Komponenten nicht vergleichbar redundant sind.


Marcel
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  • Re: Festplatten Empfehlung fuer Videoschnitt gesucht
    ... Und was darf man sich unter der "bestimmten Systemkonfiguration" vorstellen? ... Über die Frage "RAID oder nicht" denke ich inzwischen nicht mal mehr nach. ... Abgesehen vom Media-PC im Wohnzimmer (da ist eh nix ausser dem rohen Betriebssystem auf der Platte) und dem Notebook hat hier alles mindestens RAID1. ... Das Backup eines RAID unterscheidet sich in keiner Weise von dem einer Einzelplatte gleicher Kapazität. ...
    (de.comp.hardware.laufwerke.festplatten)
  • Re: Controller =?ISO-8859-15?Q?f=FCr_SATA_Raid_5?=
    ... Dieser soll dann 3 500GB Platten im Raid 5 besitzen. ... Platte als Sicherungsmedium und für temp- Daten bereitstellen. ... Platte als eine Art BackUp zu verwenden. ... Klar, ein Netzteilfehler kann aber in JEDEM FALL, egal welche Variante man verwendet, die Platten zerstören. ...
    (de.comp.hardware.laufwerke.festplatten)
  • Re: Grosse Festplatten in alten Rechnern?
    ... [Backup auf Platte in eigenem Rechner] ... > RAID ist keine Datensicherung. ... Backup auf eine einzelne Platte ist wie Backup auf CD-Rs, ...
    (de.comp.os.unix.linux.hardware)
  • Re: Betriebssystem auf Raid-System ?
    ... Bei uns ist eine Platte aus dem Raid kauptt gegangen und es liess sich ... Wort RAID, ich mache jetzt lieber ein wöchentliches Backup mit Ghost auf ... "Joachim Conrad" schrieb im Newsbeitrag ...
    (microsoft.public.de.german.win2000.hardware)
  • Re: backup - zu wenig speicherplatz, aber noch ur viel frei
    ... Backup auf Platte oder auf Band? ... Ich hätte von der Fehlerbeschreibung her auf Bandsicherung getippt. ...
    (microsoft.public.de.german.exchange2000.general)