Re: Die Musikindustrie hat doch ein Ei am Kopp ...
- From: Lars Mueller <210300621frz006@xxxxxxxxxx>
- Date: Thu, 23 Mar 2006 10:30:17 +0100
Bernd Laengerich wrote:
Gerhard Torges, geb. Hölscher wrote:
<gebetsmühle>
Es gibt keine "illegalen Tauschbörsen".
</gebetsmühle>
Nur bei "Raubkopien" ;-)
Schön, daß endlich die Nutzer ordentlich kriminalisiert werden:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/71125
Allerdings.
"Reformstufe des Urheberrechts allgemein vor, Downloads "rechtswidrig
hergestellter und öffentlich zugänglich gemachter Vorlagen" aus dem
Internet als Straftat zu behandeln."
Bisher waren das noch offensichtlich rechtswidrige. Wenn ich jetzt auf
den Flohmarkt gehe und mir eine rechtswidrig gepresste CD (z.B.
Fälschung) kaufe, dann ist das ok. Wenn ich das allerdings bei einem
Musikkonzern online kaufe, der keine Lizenz hatte, oder per
Internet-Radio mitschneide, dann bin ich dran, obwohl das schwerer zu
überprüfen ist, oder wie? Ist schon ein seltsam krankes Gesetz, das mich
für eine Bagatelle in den Knast wandern läßt, bei der ich gar nicht
wissen kann, daß es möglicherweise an irgendeiner Stelle der Kette nicht
legal war. Im Prinzip könnte man so sogar die Leute massenweise
absichtlich vor Gericht bringen, damit sie eingeschüchtert werden und
Musik nicht mehr bei deiversen Vertreibern online, sondern nur noch als
CD im Laden kaufen.
Und nein: Ein Download ist weder ein Raub, noch ein Diebstahl, denn es
wird niemandem etwas weggenommen. Richtig ist vielmehr, daß die
Wahrscheinlichkeit sinkt, daß man etwas als überteuerte CD (Quelle für
diese Behauptung, falls wieder jemand fragt: Mehrfach ausgestrahlter
Bericht auf Euronews) kauft, das man schon runter geladen hat.
Danke, CDU. Danke, deutsche Lobbyisten-Bananenrepublik.
Zitat:
"Diese Art von Absprachen, wie man sie in Deutschland sieht, gibt es
sonst eigentlich nur in Entwicklungsländern, nicht in reichen,
zivilisierten Staaten".
http://www.zdf.de/ZDFde/download/0,1896,2003100,00.pdf
http://www.aerztezeitung.de/docs/2002/04/16/070a0203.asp?cat=/news
Da scheint es zwischen Musikindustrie und Drogenindustrie nur geringe
Unterschiede zu geben. Das System ist krank und der Bürger wehrt sich
nicht, vergißt regelmäßig bis zu den Wahlen _alles_ und hat auf dem
Wahlzettel eigentlich auch kaum gangbare Alternativen. So macht Seehofer
unbehelligt weiter seine Anti-Gesundheitpolitik.
Gruß Lars
.
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